Ultrafeinstaub-Messungen kommen

Der Freisinger Landtagsabgeordnete Benno Zierer und die Freien Wähler haben ein wichtiges Ziel erreicht: Die Ultrafeinstaub-Belastung durch Flughafen München wird durch offizielle Messungen ermittelt. Das hatte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) kürzlich bei einer Veranstaltung in Neufahrn bestätigt. „Damit leistet Bayern einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Gesundheitsgefahren durch die ultrafeinen Partikel“, freut sich Benno Zierer.  „Wir tragen damit den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung, genauere Informationen über die Belastungssituation im Flughafen-Umland zu erhalten.“Verschiedene Studien belegen, dass der Luftverkehr eine bedeutsame Quelle von Ultrafeinstaub und die Belastung im Umfeld von Flughäfen besonders hoch ist. „Deshalb habe ich mich hartnäckig dafür eingesetzt, dass am größten bayerischen Flughafen Messungen durchgeführt werden“, erklärt Benno Zierer. Bis es so weit war, waren zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit dem Koalitionspartner CSU und dem Umweltministerium nötig. „Wir haben noch im Dezember 2018, kurz nach der Bildung der Koalition, die ersten Gespräche geführt“, erinnert sich der Freisinger Abgeordnete. „Es war noch Überzeugungsarbeit zu leisten –  aber manchmal braucht gut Ding auch Weile.“ Das Ergebnis der intensiven Beratungen war ein gemeinsamer Antrag der Regierungsfraktionen, mit dem die Staatsregierung den Auftrag erhielt, Messungen am oder rund um den Flughafen München zu prüfen. „Diesen Auftrag hat das Umweltministerium umgesetzt – mit dem für uns erfreulichen Ergebnis, dass wir die Messungen bekommen.“ Jetzt gehe es darum, die geeignetsten Standorte für die Messstellen zu finden. Dabei soll auch die Expertise des Bürgervereins Freising einbezogen werden, der durch seine Messungen überhaupt erst auf die Problematik aufmerksam gemacht hat. Die Freien Wähler wären die erste Fraktion, die Ultrafeinstaub zum Thema im Landtag gemacht hat. Im Jahr 2017 beantragte Benno Zierer mit seinen Fraktionskollegen eine Expertenanhörung. Die Fachleute waren sich einig: Über die Gesundheitsgefahren der mikroskopisch kleinen Teilchen (Durchmesser unter 100 Nanometer) ist noch wenig bekannt. Die Forschungslage muss dringend verbessert werden, wenn langfristig Grenzwerte festgelegt werden sollen. Dazu muss die Grundlage in Form von zusätzlichen Messdaten geschaffen werden. Bislang wurde die Belastung mit den ultrafeinen Partikeln nicht im amtlichen Luftgüte-Überwachungssystem ermittelt.In der vergangenen Legislaturperiode waren noch alle Vorstöße der Freien Wähler gescheitert, eine bayerische Monitoring-Strategie für Ultrafeinstaub zu etablieren. Zum Beispiel ein Antrag vom Dezember 2017. Das änderte sich mit der Regierungsbeteiligung. Das Umweltministerium stellte Mittel für die Beschaffung der komplexen Messgeräte im Haushalt bereit und griff die Anregungen aus der Expertenanhörung auf, Messstellen in Augsburg und Regensburg einzurichten. Dort können die Ergebnisse mit Daten der Gesundheitsstudie „Nationale Kohorte“ zusammengeführt werden. Zudem wurde das Landesamt für Umwelt beauftragt, in einem auf drei Jahre angelegten Projekt die Zusammensetzung der ultrafeinen Partikel zu erforschen. „Damit wird Bayern zu einem Vorreiter beim UFP-Monitoring“, stellt Benno Zierer fest. 

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