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Ist das Denkmal oder kann das weg?

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Benno Zierer unterstützt Petition für den Erhalt des Oktogons auf dem Freisinger Domberg

Auf dem altehrwürdigen Freisinger Domberg stehen große Veränderungen bevor. Das erste von mehreren Bauprojekten soll die Sanierung des Diözesanmuseums sein. 2015 wurde nach einem Architektenwettbewerb der Siegerentwurf präsentiert, der das Gebäude aus dem Jahr 1870 offener und einladender wirken lassen soll. Damit einher ginge der Abriss des achteckigen Turms an der zur Altstadt gewandten Seite des Gebäudes. Das sogenannte Oktogon war 1876 an das damalige erzbischöfliche Knabenseminar angebaut worden, um Platz für die Latrinen zu schaffen.

Der historische Verein Freising macht sich für den Erhalt des Oktogons stark. Es erinnere an den Turm des einstigen Sankt-Andreas-Stifts, das im Zuge der Säkularisation abgerissen worden war und sei ein Versuch, den „Kirchen-Burgcharakter“ des Dombergs wiederherzustellen. Stadtheimatpfleger Norbert Zanker kämpft sogar mit einer Petition an den Bayerischen Landtag dafür, dass der Turm nicht abgerissen wird. Die Petition wird am Mittwoch, 11. Oktober, im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst behandelt. An der Sitzung wird auch der Freisinger Abgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler) teilnehmen, obwohl er dem Ausschuss nicht angehört. „Das Thema ist für die Freisinger wichtig“, erklärt Zierer. „Deshalb möchte ich mich für den Erhalt des Oktogons einsetzen.“ Schließlich präge der Turm das Stadtbild ganz wesentlich.

Das Oktogon, der markante achteckige Turm, soll bei der Sanierung des Diözesanmuseums weichen.
Der markante achteckige Turm soll bei der Sanierung des Diözesanmuseums weichen.

Das Landesamt für Denkmalpflege sieht das Achteck nicht als erhaltenswert, er „verunkläre“ nur den klaren Baukörper des Museums und sei lediglich für die „Geschichte der Hygiene“ von Bedeutung. Für Zierer ist das unverständlich. „Bei anderen Bauten sperrt sich das Denkmalamt vehement gegen kleinste Veränderungen“, sagt er. „Bei so einem bedeutenden Bauwerk knicken die Denkmalschützer dann ein.“

Das erzbischöfliche Ordinariat erklärt, „dass sowohl aus brandschutztechnischen Gründen im Hinblick auf den zukünftigen Betrieb des Museums als auch der gewünschten Öffnung der Westterrasse für die Öffentlichkeit der Abriss des Abort-Erkers nach den Begutachtungen der Planer schlicht erforderlich ist.“ Auf dieser Seite soll die Anlieferung für das Museum und die geplante Gastronomie erfolgen, auch die Rettungswege sind dort vorgesehen.

Die Pläne für ein Café und eine Terrasse mit Blick auf die Stadt begrüßt auch der Landtagsabgeordnete Benno Zierer. „Es ist schade, dass nicht der Versuch gemacht wurde, den Turm in die Überlegungen einzubeziehen.“ Zierer erinnert daran, dass das bereits die Jury des Architektenwettbewerbs gefordert hatte. Die Fachjuroren hatten 2015 einen großen Kritikpunkt am Siegerentwurf geäußert – den Abriss des Oktogons.

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