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Endlich Schluss mit Waffen-Uran im Forschungsreaktor

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Der Forschungsreaktor FRM II in Garching wird entgegen aller Ankündigungen auch nach 2018 weiterhin mit hoch angereichertem Uran betrieben. Das musste die Staatsregierung in einem von der Landtagsfraktion der Freien Wähler beantragten Bericht einräumen. Der umweltpolitische Fraktionssprecher Benno Zierer reagiert empört: „Die Bevölkerung ist von Anfang an für dumm verkauft worden. Der Reaktor wird bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit atomwaffenfähigem Uran betrieben.“

Der Einsatz von hoch angereichertem Uran im FRM II wurde ursprünglich mit der Maßgabe genehmigt, dass der Reaktor bis spätestens Ende 2010 auf einen Betrieb mit etwas weniger angereichertem Uran umgestellt wird. Da die TU München als Betreiberin dazu anscheinend technisch nicht in der Lage war, wurde der Umrüstungszeitpunkt kurzerhand auf Ende 2018 verschoben. Nun wird auch dieser Termin nicht eingehalten. „Seit 2003 sind an den FRM II rund 17 Millionen Euro an Steuergeldern nur für die Umrüstung geflossen. Offenbar ohne zählbaren Erfolg“, sagt Zierer.

Während der Anreicherungsgrad des Urans der Brennelemente in Kernkraftwerken bei drei bis vier Prozent liegt, werden beim FRM II spezielle Brennelemente mit auf 93 Prozent angereichertem – potenziell waffenfähigem – Uran verwendet. Die abgebrannten Brennelemente, die immer noch einen Uran-Anreicherungsgrad von 87 Prozent haben, sollen laut Auskunft der Staatsregierung  ab 2018 in 17 CASTOR-Transporten von Garching in das Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen verbracht werden. Nachdem die Umrüstungsvereinbarung nun wieder nicht eingehalten wird, fürchtet Zierer, dass sich die Zahl der CASTOR-Transporte noch weiter erhöhen wird. Der Abgeordnete kündigte an, auf einen mündlichen Bericht der Staatsregierung im Umweltausschuss zu pochen und forderte zugleich: „Die Nutzung waffenfähigen Urans in Garching muss endlich ein Ende haben.“

Den Bericht des Wissenschaftsministeriums finden sie hier.

Foto: TU München, Albert Scharger

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